Freitag, 26. August 2011

Wenn die Krise weitergeht, wäre auch Deutschland pleite

Michael Grandt
Euro-Bonds als Allheilmittel für die europäische Schuldenkrise? Für Deutschland jedenfalls wären sie die schlechteste Lösung. Experten warnen deshalb schon im Vorfeld vor einer Pleite der Bundesrepublik im Falle der Einführung.Natürlich lehnt Angela Merkel es bis heute ab, Eurobonds einzuführen, weil nach Umfragen 76 Prozent der Deutschen dagegen sind.* Doch nicht einmal mehr die regierungstreue Mainstreampresse glaubt der Bundeskanzlerin noch. Zu oft hat sie während der Euro- und Schuldenkrise schon ihr Wort gebrochen.Auch die aktuellen Äußerungen »Euro-Bonds sind nicht die richtige Antwort auf die Krise in Europa« von Merkel und »Wir lehnen dies einhellig ab« ihres Generalsekretärs Hermann Gröhe klingen nicht wirklich glaubwürdig. Jeder erwartet ein erneutes Einknicken.
Seltsamerweise ist die Opposition da schon ehrlicher, auch wenn dies zulasten der deutschen Steuerzahler geht. Für SPD und Grüne sind die Euro-Bonds das »einzig effektive Instrument« und »der beste, nachhaltigste und günstigste Weg aus der Schuldenkrise«, so die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, der man mit dieser Aussage nicht gerade wirtschafts- und finanzpolitischen Sachverstand bestätigen kann. Denn: Mit der Einführung der Bonds fiele bei den hoch verschuldeten Staaten der Druck weg, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Zwar würden die EU-Anleihen die Refinanzierungskosten der schlecht wirtschaftenden Länder verringern, aber für produktivere Staaten wie Deutschland, Österreich, die Niederlande und Finnland würden sich diese Refinanzierungskosten erhöhen.
zum Kopp Verlag