Donnerstag, 29. April 2010

Hohe Schäden durch ineffiziente Riester-Verträge

Durch ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Dispozinsen und Fremdabhebegebühren entstehen bei den Verbrauchern jährlich finanzielle Schäden in Höhe von über 700 Millionen Euro. Das zeigen aktuelle Berechnungen der Stiftung Warentest und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Um solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, fordern die beiden Organisationen, den Verbraucherschutz in der Finanzaufsicht zu verankern."Es reicht nicht allein, vernünftige Gesetze zu machen. Die Einhaltung der Gesetze muss gerade auch bei Finanzprodukten kontrolliert werden. Schließlich hat der Kunde kaum eine Chance, die Versprechungen der Anbieter selbst auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen", erklärt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest."Die Beispiele zeigen systematisches Marktversagen zulasten der Verbraucher. Einzelmaßnahmen reichen da nicht aus.Die Bundesregierung muss den Verbraucherschutz endlich auch in Deutschland effektiv in der Finanzaufsicht verankern", fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen.Vor allem bei der privaten Altersvorsorge seien die finanziellen Schäden besonders dramatisch. Viele Riester-Produkte seien zu teuer. Falle die durchschnittliche Rendite dadurch nur 1 Prozent niedriger aus, so seien die Verluste enorm, heißt es. Aber auch Dispozinsen seien ein hohes Ärgernis. Der Leitzins ging von September 2008 bis Februar 2010 von 4,25 auf 1,00 Prozent zurück; die Zinsen für Überziehungskredite im gleichen Zeitraum aber nur von 11,98 auf 10,28 Prozent, so die Verbraucherzentrale.
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